Im Zimmer nebenan liegt ein kleines Mädchen unter ein gelb-orangefarbenen Apfeldecke. “Schön”, sagte das Mädchen, das ich ihr den Bettbezug gezeigt habe. “Den bekommen nur besondere Gäste”, sagte ich. Denn der Bezug ist fast so alt wie ich. Ein Original-Graziela-Äpfelchen-Exemplar aus den siebziger Jahren.
Ich liebe diesen Bettbezug und habe mich immer gefragt, weshalb die schönen Graziela-Sachen nicht mehr produziert werden. So gerne würde ich auch meinen Kindern irgendwann mal eine Äpfelchen-Bettwäsche kaufen. Und dann kam – große Freude – die Neuauflage. Nur ich habe davon bis heute nichts gekauft. Nicht für mich, nicht für meine Kinder.
Ein Grund war, dass wir nicht wirklich neue Bettwäsche brauchten. Doch dann war da auch noch irgendwie ein fader Beigeschmack. Da wünscht man sich jahrelang etwas so sehr, dann geht es in Erfüllung. Ich müsste nur in den Laden um die Ecke gehen und könnte mit einer funkelnagelneuen Ladung orange-gelber Äpfelchen zurückkommen – aber ich tue es nicht.
Warum? Weil ich das Gefühl habe, dass ein schnöder Neukauf meiner alten Decke ihre Besonderheit nehmen würde. Sie wäre plötzlich austauschbar. Ich weiß, es ist nur eine Decke – aber halt nicht irgendeine Decke, sondern meine alte Apfeldecke. Das soll sie auch für meine Kinder sein. Ein großes Stück bunter Stoff, der nur zu besonderen Gelegenheiten zum Einsatz kommt.
Alles hat seine Zeit. Die Graziela-Äpfelchen gehören für mich in die siebziger Jahre. Und ab und zu ins Kinderzimmer, zum Beispiel wenn wir besonders netten Übernachtungsbesuch haben. So wie heute.


Ich kann mich noch ganz genau an dieses Muster bzw. Design erinnern und es ist nach wie vor wunderschön!
LG,Marie