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12 Monate – 12 Projekte

Oh Januar, wohin bist Du nur verschwunden? Der erste Monat des Jahres ist scheinbar einfach so verflogen. Aber wer sagt, dass man nur im Januar mit etwas Neuem starten kann? In diesem Sinne kommen hier „12 Monate – 12 Projekte“. Dahinter steckt der Selbstversuch, in einem Jahr nähen zu lernen. Also richtig nähen lernen. Nicht nur nette Kleinigkeiten und Kindersachen, sondern auch Komplizierteres. Inklusive Knopflöchern, Abnähern, Reißverschlüssen.

Hauptsächlich dabei helfen soll mir das Internet. Dann gibt es in meinem Bestand noch zwei Nähbücher, diverse Burda Style- und Cut-Ausgaben und im April das  kleinformat-Nähwochenende auf der Burg.

Der derzeitige Stand meiner Nähkenntnisse: Ambitionierte Anfängerin mit dem Schwachpunkt gerade Nähte (auf meinen Nähten kann man in der Regel Achterbahn fahren – selbst wenn ich mich ganz, ganz fest konzentriere).

Mir zur Seite steht unser jüngster Familienzuwachs – we proudly present die „Super Nutzstich Nähmaschine Modell 940“!

Nähen mit dem gewissen Retro-Charme

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Vollbeschäftigung

Offenbar habe ich das große Glück Freunde zu haben, die mich sehr, sehr gut kennen. Genauer gesagt: Mich und meine Wünsche. Obwohl ich mir zum Geburtstags nichts Konkretes gewünscht habe, habe ich genau das bekommen, was ich schon lange haben wollte. Neben einem Gutschein für den schönsten Wollladen Hamburgs und dem bisher immer von der Nachbarin geliehenen Backbuch gehört dazu auch Susanne Klingners „Hab ich selbst gemacht“.

Die ersten 100 Seiten sind schon weggelesen. Und mindestens auf jeder zweiten Seite hatte ich das Gefühl: Frau Klingner ist ich. Gut, ich habe in den vergangenen elf Monaten keinen Schuhmacherkurs besucht. Ich habe auch nicht vor, meine Seife selbst zu machen. Aber immerhin habe ich ansatzweise nähen gelernt. Ich habe viel, viel, viel gestrickt. Ich habe zusammen mit Söhni massenhaft Marmelade gekocht (und gegessen). Tiefkühlpizza? Irgendwann vom Speiseplan verschwunden. Macht der Mann jetzt immer selbst.

Tatsächlich ist mir erst beim Lesen klar geworden, was so mehr oder weniger nebenher alles entstanden ist an kleinen und auch größeren Dingen. Deshalb ab sofort hier: Ein kleiner Jahresrückblick anhand all meiner geglückten und weniger geglückten Selbermach-Projekte. Von F wie Froschkostüm bis A wie Adventskranz.

Als kleine Erinnerungsstütze für mich. Und auch ein wenig als Entschuldigung an diesen Blog, der sich vermutlich etwas vernachlässigt gefühlt hat. Ich war einfach beschäftigt, und zwar komplett.

Denn genau wie Frau Klingner musste ich feststellen: Viel selber zu machen kostet viel Zeit. Wer kocht, backt, handarbeitet kommt nur noch selten ins Kino, zum Sport oder auch zum Schreiben. Zumal es ja auch noch den Brotjob und Mann und Kinder und Freunde gibt – die mich zum Glück offenbar immer noch alle gerne haben, obwohl ich ständig komplett in irgendwelche neuen DIY-Projekte abtauche…

Keine neuen Äpfel

Im Zimmer nebenan liegt ein kleines Mädchen unter ein gelb-orangefarbenen Apfeldecke. „Schön“, sagte das Mädchen, das ich ihr den Bettbezug gezeigt habe. „Den bekommen nur besondere Gäste“, sagte ich. Denn der Bezug ist fast so alt wie ich. Ein Original-Graziela-Äpfelchen-Exemplar aus den siebziger Jahren.

Foto: byGraziela

Ich liebe diesen Bettbezug und habe mich immer gefragt, weshalb die schönen Graziela-Sachen nicht mehr produziert werden. So gerne würde ich auch meinen Kindern irgendwann mal eine Äpfelchen-Bettwäsche kaufen. Und dann kam – große Freude – die Neuauflage. Nur ich habe davon bis heute nichts gekauft. Nicht für mich, nicht für meine Kinder.

Ein Grund war, dass wir nicht wirklich neue Bettwäsche brauchten. Doch dann war da auch noch irgendwie ein fader Beigeschmack. Da wünscht man sich jahrelang etwas so sehr, dann geht es in Erfüllung. Ich müsste nur in den Laden um die Ecke gehen und könnte mit einer funkelnagelneuen Ladung orange-gelber Äpfelchen zurückkommen – aber ich tue es nicht.

Warum? Weil ich das Gefühl habe, dass ein schnöder Neukauf meiner alten Decke ihre Besonderheit nehmen würde. Sie wäre plötzlich austauschbar. Ich weiß, es ist nur eine Decke – aber halt nicht irgendeine Decke, sondern meine alte Apfeldecke. Das soll sie auch für meine Kinder sein. Ein großes Stück bunter Stoff, der nur zu besonderen Gelegenheiten zum Einsatz kommt.

Alles hat seine Zeit. Die Graziela-Äpfelchen gehören für mich in die siebziger Jahre. Und ab und zu ins Kinderzimmer, zum Beispiel wenn wir besonders netten Übernachtungsbesuch haben. So wie heute.

Zwischen Wodka und Wolle

In Filmen hat die unglückliche Klischee-Vorstadt-Ehefrau ihre Schnapsflaschen hinter den Putzmitteln gebunkert, damit niemand was von ihrer Sucht merkt. Ich bin weder unglücklich, noch lebe ich in der Vorstadt. Und mein Verhältnis zum Alkohol ist ein eher entferntes. Trotzdem lege ich wöchentlich neue Verstecke an. In Tüten. In Kisten. In Schubladen.

Fast überall in der Wohnung findet sich ein mehr oder weniger heimliches Wollversteck. Vor ein paar Jahren hat der Mann mir mal eine wunderschöne Kiste geschenkt, damit das Tütenwesen ein Ende haben möge. Die Kiste ist ziemlich groß. Anfangs reichte sie auch noch aus. Aber schon ziemlich bald brauchte sie Unterstützung von kleineren Kisten. Und dann wieder neuen Tüten.

In manchen Kisten finden sich hauptsächlich Reste. In anderen Verstecken warten noch völlig unberührte Knäuel auf ihre Verwendung. Von denen weiß nur ich. Weil ich offiziell schon seit langem keine neue Wolle mehr kaufe. Habe ja soviel in all den Kisten. Aber ab und zu 50 Gramm leuchtendes Rot oder 100 Gramm Ozeanblau machen mich glücklich. Und vermutlich sind zwei Knäuel feinstes Alpaka in der Sockenschublade hinten links gesünder als Wodka im Putzmittelschrank.

Muss jetzt Schluss machen. Habe das akute Bedürfnis, schnell mal bei meiner Dealerin vorbeizuschauen. Vielleicht noch ein bisschen Baumwolle für den Sommer?

Jetzt aber: Ostern!

Nein, ich habe definitiv nicht zu viel Zeit. Und nein, ich gehöre leider auch nicht zu den Leuten, die schon Wochen vor Feiertagen mit einer tipp-topp aufgeräumten und vor allem dekorierten Wohnung aufwarten können. Schon jetzt ist absehbar: Auch dieses Jahr wird es wieder knapp. Wobei die Deko ohnehin nicht so üppig ausfällt. In der Regel eine große Familie Schoko-Hasen, ein Korb mit buntgefärbten Eiern und ein großer Osterstrauch. Das meiste also essbar, allein schon aus Platzgründen. Denn wohin mit dem Kram, wenn Ostern vorbei ist?

Foto: Purlbee

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Nie mehr kalte Ohren(-sessel)

Bei vielen Menschen (inklusive mir) reicht die Geduld stricktechnisch höchstens für Schals, Mützen, Handschuhe, Kindersachen. Es gibt aber auch Menschen, für die darf es eine Nummer größer sein. Oder noch lieber zwei bis zwölf Nummern größer. Zu dieser Sorte zählt mit Sicherheit Lynn Garrett aus Napier in Südafrika. Für ihr Label BiscuitScout strickt sie mit großer Leidenschaft Aran-Pullover – für Sofas, Hocker oder Sessel, wie diesen hier:

Foto: BiscuitScout

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Frühlingserwachen (Teil 2)

Auch Hamburg erwacht sacht, sacht aus dem DIY-Winterschlaf und startet mit einem besonders schönen Termin in den Frühling: Craftraum Nummer 2 am Samstag, 12. März im betahaus.Alle weiteren Infos findet Ihr hier.

 


Handarbeit global

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