Posts Tagged 'Nähen'

Herzensangelegenheit

Der Mann und ich, wir hatten vor kurzem eine ernste Krise. Auslöser dafür waren meine Nähaktivitäten bzw. der damit zwangsläufig verbundene Stoffkauf. Oder um noch genauer zu sein: Der Stoffvorrat und seine Lagerung in unserer Wohnung. Der Mann behauptete, jede Ecke wäre mit irgendeinem Handarbeitskram von mir belegt. Ich behauptete, überall über Teile seiner umfangreichen Spielesammlung zu stolpern. Wir kriegte uns auf jeden Fall so richtig schön in die Haare (oder eher in die Wolle), bis der Mann dann erstmal weg musste. Bis er wiederkam, hatte ich meine gesamten Vorräte neu geordnet und hübsch aufgeräumt und zum Schluss haben wir uns dann wieder alle lieb gehabt.

So ein kleines Bisschen kann ich es natürlich verstehen, dass der Mann genervt ist, so dann und wann (mehr Zugeständnisse gibt es aber auch nicht, der Mann liest hier schließlich gerne mal mit). Umso mehr weiß ich zu schätzen, dass er für meinen Geburtstag über seinen Schatten gesprungen, zu Frau Tulpe gefahren ist und dann nächtelang mit den weltschönsten Stoffen und der Zackenschere zu Gange war, bis die Finger wirklich, wirklich wund waren.

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Mich haben diese wunderschönen Herzen erst einmal sprachlos gemacht. Weil soviel Liebe drin steckt. Und weil jedes einzelne ein kleines Kunstwerk ist.

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Und weil es etwas ist, was wir alle hier jeden Tag wieder gerne ansehen, anfassen, benutzen. Das kleine Kind hat heute eine ganze Stunde lang sortieren und Lieblingsherzen aussuchen damit gespielt, während ich an der Nähmaschine saß und die Stoffe des Anstoßes zu T-Shirts vernäht habe…

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12 Monate – 12 Projekte: Desaster im März

Ab wann ist man kein Anfänger mehr – nähtechnisch gesehen?

Vielleicht sollte ich aber auch ganz anders anfangen. Mit zwei schlechten, sehr gegensätzlichen Eigenschaften von mir.

Nummer 1: Ich traue mir speziell bei eigentlich unbedeutenden Dingen gerne nichts zu. Was zum Beispiel beim Nähen heißt: Wenn ich Angst habe, ich versemmle es, dann lasse ich die Finger davon und hebe mir diesen und jenen und noch den anderen Stoff auf, bis ich soweit bin.

Nummer 2: Ungeduld gepaart mit Selbstüberschätzung. Wenn es denn in die Hosen gehen sollte, dann gleich richtig. Oder: Wieso mit den Basics beschäftigen, einen Kurs besuchen, nach Anleitungen arbeiten? Nö, ich doch nicht. Habe ich gar keine Zeit dafür. Geht alles pi mal Daumen. Weil: Ich bin ja gut.

Die Folge von Nummer 1: Im März gab es erstmal ganz lange kein Projekt, weil mir alles zu schwierig/jetzt keine Zeit/braucht doch kein Mensch vorkam. Und dann kam doch noch der Größenwahn und mit ihm der Versuch, ein Oberteil nach diesem Vorbild zu nähen.

Hatte ich schon lange vor und der Beschreibung nach hörte sich alles einfach an – die Anleitung ist auch wirklich toll geschrieben und bebildert. Nur: Irgendwie habe ich mich bei den Maßen verhauen. Und das nicht nur einmal. Nein. Eine meiner guten Eigenschaften: Wenn es darauf ankommt, bin ich zäh. Also habe ich nach dem ersten Fehlschlag von vorne angefangen. Und mich bis zum Ende durchgenäht. Sah solange hübsch aus, bis es das kleine Kind anprobiert hat. Die Ärmelausschnitte saßen so komisch, dass die Arme quasi drin aufgehängt sind.

Kurz: Ein komplettes Desaster mal zwei.

Aus Frust habe ich jetzt erstmal neuen Stoff geordert. Für Hosen und Vorhänge – das ist eine sichere Nummer. Und dazu Anleitungen für T-Shirts und Kleider. Mal sehen, ob es damit klappt.

F wie Februar wie Fasching wie Frosch

Wir wohnen in Hamburg. Hamburg ist vieles, aber definitiv keine Hochburg des Faschings. Trotzdem wird natürlich im Kindergarten gefeiert. Für das große Kind rangiert das in etwa in der Kategorie von Silvester. Entsprechend wird ab Herbst für das Ereignis geplant. Also vom großen Kind, nicht von mir.

Eigentlich wäre alles ganz einfach. Das große Kind hat eine komplette Indianer- und eine noch komplettere Cowboyausstattung. Es besitzt Feuerwehr-, Bauarbeiter- und Wikingerhelme. Damit spielt das große Kind auch gerne. Aber nicht an Fasching. Da hat es ganz eigene Wünsche. Letztes Jahr wollte es zum Beispiel unbedingt ein Frosch sein.

Und jetzt mal alle: Quaaak!

Weiterlesen ‚F wie Februar wie Fasching wie Frosch‘

Vollbeschäftigung

Offenbar habe ich das große Glück Freunde zu haben, die mich sehr, sehr gut kennen. Genauer gesagt: Mich und meine Wünsche. Obwohl ich mir zum Geburtstags nichts Konkretes gewünscht habe, habe ich genau das bekommen, was ich schon lange haben wollte. Neben einem Gutschein für den schönsten Wollladen Hamburgs und dem bisher immer von der Nachbarin geliehenen Backbuch gehört dazu auch Susanne Klingners „Hab ich selbst gemacht“.

Die ersten 100 Seiten sind schon weggelesen. Und mindestens auf jeder zweiten Seite hatte ich das Gefühl: Frau Klingner ist ich. Gut, ich habe in den vergangenen elf Monaten keinen Schuhmacherkurs besucht. Ich habe auch nicht vor, meine Seife selbst zu machen. Aber immerhin habe ich ansatzweise nähen gelernt. Ich habe viel, viel, viel gestrickt. Ich habe zusammen mit Söhni massenhaft Marmelade gekocht (und gegessen). Tiefkühlpizza? Irgendwann vom Speiseplan verschwunden. Macht der Mann jetzt immer selbst.

Tatsächlich ist mir erst beim Lesen klar geworden, was so mehr oder weniger nebenher alles entstanden ist an kleinen und auch größeren Dingen. Deshalb ab sofort hier: Ein kleiner Jahresrückblick anhand all meiner geglückten und weniger geglückten Selbermach-Projekte. Von F wie Froschkostüm bis A wie Adventskranz.

Als kleine Erinnerungsstütze für mich. Und auch ein wenig als Entschuldigung an diesen Blog, der sich vermutlich etwas vernachlässigt gefühlt hat. Ich war einfach beschäftigt, und zwar komplett.

Denn genau wie Frau Klingner musste ich feststellen: Viel selber zu machen kostet viel Zeit. Wer kocht, backt, handarbeitet kommt nur noch selten ins Kino, zum Sport oder auch zum Schreiben. Zumal es ja auch noch den Brotjob und Mann und Kinder und Freunde gibt – die mich zum Glück offenbar immer noch alle gerne haben, obwohl ich ständig komplett in irgendwelche neuen DIY-Projekte abtauche…

Lang erwartet: der hello handmade-Markt (Termine, Termine – Fortsetzung folgt)

Eigentlich kann man es gar nicht verpassen. Hamburg ist damit zuplakatiert und zugeflyert. Überall, wo man es erwarten darf und selbst an ein paar Orten, die einen überraschen. Die Rede ist vom ersten hello handmade-Markt, der gefühlt seit dem Frühling beworben wird. Am kommenden Sonntag, 31. Oktober, ist es tatsächlich und endlich soweit.

Mit dabei sind um die 60 Aussteller. Los geht es um 10 Uhr. Der Eintritt kostet drei Euro.  Eigentlich habe ich viel zu viel zu tun, um mich solchen Vergnügungen hinzugeben. Aber da sehen so viele Sachen so schön aus… Ich will reich sein und ganz, ganz viel Zeit haben. Kann man sich das zum Geburtstag wünschen?

Die eigenen Grenzen ausloten – Frau Tulpe, übernehmen Sie!

Heute morgen war es wieder so weit. Sohn testete meine Grenzen aus. Trieb mich bis zum Wutanfall mit seinem morgendlichen Zeitlupentempo. Morgens sind meine Grenzen schnell erreicht. Sehr schnell. Den Rest des Tages sieht das zum Glück anders aus. Da haben sich in diesem Jahr die Grenzen ganz schön verschoben. Wenn alles gut geht, habe ich bis Dezember meine eigene Firma gegründet. Mit Baby auf dem Arm/Schoß/unterm Tisch, mit kurzen Nächten, müden Augen. Aber der Businessplan ist so gut wie fertig. Ich kann jetzt Excel-Tabellen bauen. Ich weiß, wie eine Ertragsvorschau und die Kapitalplanung aussehen muss. Der Begriff Vorsteuer ist kein Fremdwort mehr. Ich kann den Unterschied zwischen GmbH, GbR und Partnergesellschaft im Schlaf erklären. Was das mit Handarbeiten zu tun hat? Weiterlesen ‚Die eigenen Grenzen ausloten – Frau Tulpe, übernehmen Sie!‘

Vom Machen zum Lesen und zurück: kleinformat

„Mama, kannst Du mal die 8 drücken?“ „Nein, kann ich jetzt nicht.“ „Was passiert denn, wenn ich da drücke?“ „Dann ist der Text weg, den ich gerade schreibe.“ „Echt?“ „Echt.“ „Nur einmal kurz ausprobieren, ja, Mama?“

Kinder und Computer: Das geht selten wirklich gut. Stellte auch Dolores Wally aus Wien irgendwann fest. Statt sich leise seufzend in ihr Schicksal zu fügen und statt Blogs wieder die üblichen Frauen-/Eltern-/Klatschmagazine zu lesen, wagte sie den Sprung ins kalte Wasser und gründete ein eigenes Magazin – das „kleinformat“. Hier finden sich die schönsten Sachen aus mehreren hundert Blogs, praktisch zusammengefasst in einem Heft.

kleinformat Nummer 2 erscheint in diesen Tagen. Aus diesem Anlass hier ein Interview mit Dolores, die nicht nur tolle Hefte machen, sondern auch großartige Interviews geben kann. Viel Spaß beim Lesen! Weiterlesen ‚Vom Machen zum Lesen und zurück: kleinformat‘


Handarbeit global

Wunderbares und Wundersames aus der großen weiten Welt der Handarbeit, gesammelt in einem Blog. Ich freue mich über Anregungen, Fragen, Kommentare...

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