Posts Tagged 'Paris'

Plastik? Très chic!

Nein, es handelt sich auf diesem Bild nicht um drei Autonome bzw. jugendliche Vorstadt-Möchtegernrocker, die sich schon für das nächste Schanzenfest (4. September – lasst dieses Mal bitte unseren Bäcker und unsere Apotheke heil!) warm laufen. Unter den Masken – selbst gestrickt aus auf der Straße gefundenen Plastikabfällen – verbergen sich drei mittelalte französische Damen, die als Recycling-Yarnbombers die Straßen verschönern. Das Video dazu findet Ihr hier (gefunden via knittaplease). Das darf Sohn nie sehen, sonst fängt er auch an, sämtliche Fundstücke von der Straße zu sammeln. Zusätzlich zu Dutzenden von Steinen, Stöcken, Muscheln, Schachteln…

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Französische Strick-Revolution: Wool and the gang

Hier strickt der Hipster: Wool and the gang

Dieses Mal rollen in Paris keine Köpfe, dafür werden alte Zöpfe abgeschnitten: Das Label Wool and the gang hat von der französischen Hauptstadt aus eine Revolution in Gang gebracht, die mittlerweile auch den Rest der Welt erreicht hat. Angeboten werden fertig gestrickte Teile, vor allem aber komplette Kits, die Wolle, Nadeln und Anleitung für ein bestimmtes Teil enthalten. Die Verpackung ist stylish. Das, was aus dem Inhalt entstehen soll überwiegend schlicht: Unkomplizierte Schnitte, keine Muster, dicke Wolle, hauptsächlich kleine Accessoires. Kurz: Nichts für ambitionierte Stricker, sondern für Menschen, die den Hipness-Faktor des Strickens mitnehmen und Entwürfe wollen, die genau zu ihren Klamotten passen. Entsprechend wirft das Label laufend neue Kits auf den Markt. Gerade angesagt: Stricken im Look der 80er . Verkauft werden „Nina Rich“ (Stirnband),  „Lil‘ Joe“ (Weste),  „Zion Lion“ (Mütze) und Co. im Netz, in einigen ausgewählten Läden – und seit kurzem auch in einem eigenen Shop in New York. Da bekommen die Hipster auch regelmäßig kostenlose Nachhilfe in Sachen linke Maschen/rechte Maschen. Ansonsten hilft ein Blick auf die Website weiter, da zeigen Video-Tutorials, wie das mit dem schicker Stricken klappt. Außerdem sehenswert: Die Rubrik „join the gang“. Hier können wool and the gang-Fans Fotos von sich und ihren fertigen Stücken zeigen – da sehen dann auch die letzten Zweifler, dass Stricken heute nix mehr mit Müslis zu tun hat.

Faite à la main: Visitez le Brunch Bazar!

Die wichtigsten Vokabeln vorab: tricoter (stricken), coudre (nähen), faire du crochet. So, damit kann dann schon nicht mehr so viel schief gehen, wenn ihr in die Pariser Handarbeits-Kreativ-Szene eintauchen wollt. Die trifft sich jeden ersten Sonntag im Monat beim Brunch Bazar. Von 12 bis 19 Uhr wird im Comptoir general bio-gegessen, gestrickt, gehäkelt, gestickt… Jedes Mal stehen außerdem verschiedene Workshops auf dem Programm, vom Stricken für Einsteiger bis zu Tanzkursen. Für Kinder ab zwei Jahren gibt es ein eigenes Kreativ-Atelier. Der Eintritt ist frei, lediglich für die Workshops muss bezahlt werden – vor allem für das Kinderatelier wird eine Reservierung empfohlen. Bonne chance et bon plaisir!

Stricken wie Gott in Frankreich

Schöne Wolle, schöne Knöpfe - in Paris ist die Auswahl derzeit groß

Paris mag gegenüber anderen Metropolen wie New York oder Berlin trendmäßig ins Hintertreffen geraten sein – die Sache mit der Wolle und den Nadeln hat sich hier jedoch voll durchgesetzt. Stricken ist gerade très chic. Bester Beweis dafür dürfte der in Paris ansässige Online-Shop Wool and the gang sein, der gerade weltweit dafür sorgt, dass das Image des Strickens entstaubt wird. Hier kann man zwar auch einzelne Knäuel und Nadeln bestellen. Wer sich keine Gedanken darüber machen will, was er mit dem schicken Garn denn nun anfängt, bekommt aber auch ganze Kits samt Anleitung für hippe Modelle wie die Mütze „beanie unplugged“ oder den Schal „seattle hoop“.
Im realen Pariser Leben finden sich Wolle, Nadeln sowie Stoffe, Knöpfe und anderes Zubehör in einem nicht minder schicken Umfeld. Schon in kleineren Handarbeitsgeschäften beeindruckt die Menge an wunderschönen Knöpfen, Bändern, Büchern und anderen Accessoires. So schön, so bunt und so viel, dass einem die Entscheidung fast unmöglich gemacht wird. Und während in Deutschland in Kaufhäusern meist nur noch Kurzwarenabteilungen existieren und sich die Wollauswahl auf leuchtend bunte Polyester-Knäule in XL-Größe beschränkt, gleichen die entsprechenden Abteilungen in einigen Pariser Kaufhäusern dem Handmade-Himmel.

So zum Beispiel im „Le Bon Marché„, dem ältesten und wohl auch nobelsten Kaufhaus der Stadt. Na ja, man könnte auch sagen elitär. In der Wollabteilung ist auf jeden Fall das gesamte Who is who der Garnwelt vertreten, von Lana Grossa bis Rowan.

Nobles Kaufhaus, eher schlichte Tüte

Dazu kommt eine traumhafte Auswahl an Knöpfen. Der einzige Haken an diesem Paradies in Kaschmir, Merino und Seide: Angesichts der riesigen Auswahl fällt die Entscheidung sehr, sehr, sehr schwer. Und hat man sich endlich durchgerungen, muss man eine Verkäuferin finden, die willens ist, das Geld entgegen zu nehmen. Denn die Damen sind entweder schwer beschäftigt (die Palette reicht hier von wirklich intensiver Beratung für den Kauf von vier Knöpfen bis zum demonstrativen Ignorieren der Kunden, in dem irgendwas mit ernster Miene sortiert wird) oder verschwinden ganz schnell, sobald man sich ihnen nähert. Umso schöner ist dann natürlich das Gefühl, mit seiner Beute loszuziehen…


Handarbeit global

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