Posts Tagged 'Recycling'

Plastik? Très chic!

Nein, es handelt sich auf diesem Bild nicht um drei Autonome bzw. jugendliche Vorstadt-Möchtegernrocker, die sich schon für das nächste Schanzenfest (4. September – lasst dieses Mal bitte unseren Bäcker und unsere Apotheke heil!) warm laufen. Unter den Masken – selbst gestrickt aus auf der Straße gefundenen Plastikabfällen – verbergen sich drei mittelalte französische Damen, die als Recycling-Yarnbombers die Straßen verschönern. Das Video dazu findet Ihr hier (gefunden via knittaplease). Das darf Sohn nie sehen, sonst fängt er auch an, sämtliche Fundstücke von der Straße zu sammeln. Zusätzlich zu Dutzenden von Steinen, Stöcken, Muscheln, Schachteln…

Schauer-Geschichten (2): Ikea gegen Regen

Ikea bei Regen: Mit einem Kind ein gutes Ausflugsziel. Es ist trocken, es gibt viel zu sehen, niemand meckert über Kinder, es ist lustig da. Ikea mit zwei kleinen Kindern: Auch echt lustig – aber nur für alle anderen.

Tochter beginnt schon am Eingang zu brüllen. Sohn verschwindet das erste Mal aus meinem Blickfeld. Ich finde ihn in der Kinderabteilung wieder. „Kaufen wir den Bären? Kaufen wir den Sessel? Kaufen wir die Schaufel? Kauf wir…, kaufen wir…, kaufen wir….“ Tochter brüllt. Wir kaufen Pommes und Kuchen im Restaurant. Tochter trinkt und entspannt sich. Wir kaufen ein. Das heißt, ich suche die Sachen, die wir brauchen. Und ich suche Sohn, der sich zwischen den Regalen versteckt. Dann ist der Einkaufswagen voll. Und Sohn ist weg. Ich rufe. Er antwortet nicht. Nicht lustig, überhaupt nicht. Ich frage die Leute, ob sie einen kleinen blonden Jungen mit grüner Jacke gesehen haben. Hat keiner. Ich suche, ich schwitze. Tochter weint. Ich haste durch Ikea. Kein Sohn. Ich will Sohn ausrufen lassen. Aber da werde ich schon ausgerufen. Auf dem Weg in die Badezimmerabteilung fünf Mal. Sohn sitzt dort an einem Spielecomputer, umringt von Ikea-Mitarbeiterinnen. Sohn ist entspannt. Ich bin fertig. Sohn will nicht mitkommen. Jetzt noch nicht. Tochter brüllt. Tochter trinkt. Tochter ist auch entspannt. Sohn will jetzt weiter. Auf dem Weg zur Kasse sprechen uns viele Leute an. „Ist das der kleine Junge mit der grünen Jacke? Da hast Du deine Mama ja wieder gefunden!“

An der Kasse beginnt Tochter zu brüllen. Dieses Mal richtig. Tochter brüllt Ikea zusammen. Die Leute starren. Die Leute tuscheln. Dann sind wir endlich draußen. Tochter hört sofort auf zu brüllen. Die Leute sprechen uns an: „Die kann ja auch ganz lieb sein. Dabei hat sie an der Kasse gerade doch so geschrien.“ Ja, danke, habe ich auch mitbekommen. Wir steigen ins Auto. Ich bin fertig. Ikea mit zwei kleinen Kindern? Morgen geht es wieder auf den Spielplatz, selbst wenn es schüttet.

Aber wie schon anfangs erwähnt: Ikea ist ideal bei Regen. Vielleicht nicht direkt ein Besuch bei Ikea. Auf jeden Fall aber die großen blauen Plastiktüten. Aus denen lässt sich nämlich ein 1A-Regenmantel nähen:

Foto: instructables.com

Nötig sind dafür vier Ikea-Tüten – und die passende Anleitung auf instructables.com.

Schauer-Geschichten (1): Wie der Mops zum Mantel kommt

Vor uns gehen eine kleine Frau und ein kleines Mädchen. Das Mädchen trägt einen Regenschirm. Der Schirm ist ganz neu. Und das Mädchen sehr stolz. Dann stolpert das Mädchen. Und fällt. Und landet auf seinem Schirm. Knick-knack. Eine Strebe des Schirms ist angebrochen. Der neue Schirm hat eine Delle. Knick-knack, knick-knack. Die Mutter zerbricht die anderen Streben. Knick-knack. Knick-knack. Knick-knack. „Siehst Du, jetzt ist der Schirm kaputt. Ganz kaputt, siehst Du, ja? Man darf sich nicht auf den Schirm setzen, ja? Der geht kaputt, habe ich Dir doch gesagt.“ Klapp auf, öffnet sie eine Mülltonne. Klapp zu, weg ist der Schirm. Das kleine Mädchen guckt stumm zu. Sohn und ich gucken stumm zu. Die Mutter schließt die Haustür auf und zieht das Mädchen hinter sich her in den Flur. „Die Frau war echt gemein“, findet Sohn ein paar Häuser weiter die Sprache wieder. Ich nicke stumm. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen, wirklich nicht.

Ein paar Tage später finde ich dann das im Netz und muss sofort an die Knick-Knack-Mutter denken:

Foto: Recycling Zychal

 

Der Hunde-Regenmantel, entworfen von Recycling Zychal aus Philadelphia und erhältlich über Etsy, war in seinem früheren Leben ein Regenschirm. Klar, Hunde brauchen nicht unbedingt einen Regenmantel. Und sicher, man kann sinnvolleres mit seiner Zeit tun. Aber lieber aus alten Regenschirmen Hundemäntel nähen, als mit triumphierendem Blick einen Kinderregenschirm in der Mülltonne zu verklappen. Sagt eine Mutter, die sich häufiger mal nervlich am Rande fühlt, öfter die Notbremse ziehen muss und viel von Nachhaltigkeit hält.

Modische Wiederverwertung: Wenn die Hose zum Rock wird

Et voilà, hier die Lösung für alle, die trotz Wirtschaftskrise nicht auf ein neues Designer-Stück für ihre Sommergarderobe verzichten wollen: Einfach abgelegte Teile aus dem Schrank heraussuchen und selber kreativ werden. Aus dem Herrenhemd wird so ein Damentop, aus der alten Jeans ein kurzer Sommerrock. Wie das funktioniert, könnt Ihr hier nachlesen.

Foto: Initiative Handarbeit

Foto: Initiative Handarbeit

Solltet Ihr nicht ganz so geübt sein im Umgang mit Schere, Nadel und Faden: Auch mit Knöpfen, Aufnähern, Perlen etc. lässt sich schnell viel machen. Im Fachbegriff heißt das dann „Customizing“.


Handarbeit global

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