Posts Tagged 'Wolle'

Zwischen Wodka und Wolle

In Filmen hat die unglückliche Klischee-Vorstadt-Ehefrau ihre Schnapsflaschen hinter den Putzmitteln gebunkert, damit niemand was von ihrer Sucht merkt. Ich bin weder unglücklich, noch lebe ich in der Vorstadt. Und mein Verhältnis zum Alkohol ist ein eher entferntes. Trotzdem lege ich wöchentlich neue Verstecke an. In Tüten. In Kisten. In Schubladen.

Fast überall in der Wohnung findet sich ein mehr oder weniger heimliches Wollversteck. Vor ein paar Jahren hat der Mann mir mal eine wunderschöne Kiste geschenkt, damit das Tütenwesen ein Ende haben möge. Die Kiste ist ziemlich groß. Anfangs reichte sie auch noch aus. Aber schon ziemlich bald brauchte sie Unterstützung von kleineren Kisten. Und dann wieder neuen Tüten.

In manchen Kisten finden sich hauptsächlich Reste. In anderen Verstecken warten noch völlig unberührte Knäuel auf ihre Verwendung. Von denen weiß nur ich. Weil ich offiziell schon seit langem keine neue Wolle mehr kaufe. Habe ja soviel in all den Kisten. Aber ab und zu 50 Gramm leuchtendes Rot oder 100 Gramm Ozeanblau machen mich glücklich. Und vermutlich sind zwei Knäuel feinstes Alpaka in der Sockenschublade hinten links gesünder als Wodka im Putzmittelschrank.

Muss jetzt Schluss machen. Habe das akute Bedürfnis, schnell mal bei meiner Dealerin vorbeizuschauen. Vielleicht noch ein bisschen Baumwolle für den Sommer?

Jetzt aber: Ostern!

Nein, ich habe definitiv nicht zu viel Zeit. Und nein, ich gehöre leider auch nicht zu den Leuten, die schon Wochen vor Feiertagen mit einer tipp-topp aufgeräumten und vor allem dekorierten Wohnung aufwarten können. Schon jetzt ist absehbar: Auch dieses Jahr wird es wieder knapp. Wobei die Deko ohnehin nicht so üppig ausfällt. In der Regel eine große Familie Schoko-Hasen, ein Korb mit buntgefärbten Eiern und ein großer Osterstrauch. Das meiste also essbar, allein schon aus Platzgründen. Denn wohin mit dem Kram, wenn Ostern vorbei ist?

Foto: Purlbee

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Nie mehr kalte Ohren(-sessel)

Bei vielen Menschen (inklusive mir) reicht die Geduld stricktechnisch höchstens für Schals, Mützen, Handschuhe, Kindersachen. Es gibt aber auch Menschen, für die darf es eine Nummer größer sein. Oder noch lieber zwei bis zwölf Nummern größer. Zu dieser Sorte zählt mit Sicherheit Lynn Garrett aus Napier in Südafrika. Für ihr Label BiscuitScout strickt sie mit großer Leidenschaft Aran-Pullover – für Sofas, Hocker oder Sessel, wie diesen hier:

Foto: BiscuitScout

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Erbgut

Ich habe geerbt. Nein, kein Haus. Auch keinen Schmuck. Kein Geld, kein Auto. Ich habe das geerbt, was genau zu mir passt: Wolle. Genauer gesagt: Baumwolle. Die Tüte mit dem Garn samt passender Häkelnadeln habe ich schon vor ungefähr 20 Jahren von meiner Oma bekommen. Seitdem wartet sie in der großen Wollkiste auf ihren großen Auftritt. Vor ein paar Tagen habe ich sie dann rausgeholt, weil unsere Oma-Topflappen sich langsam auflösen.

In der Tüte drin: Zwei noch von meiner Oma angefangene Topflappen und Topflappengarn in Grün, Pink und Weiß. Die halbfertigen Lappen habe ich (noch) nicht angerührt. Die geerbten Garne auch nicht. Dafür aber noch jede Menge Baumwolle dazu gekauft. In Farben, die irgendwie mehr nach heute aussehen. Dann habe ich nach Anleitungen geguckt. Sowohl online wie offline. Und hier passt ausnahmsweise der sonst verbotene Satz: Es bot sich ein Bild des Grauens. Schweine am Henkel. Hühner auf der Stange. Glupschäugige Pandas.

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Was nützt die Wärme in Gedanken?

Nach einem Tag mit ausgefallener Heizung (sprich: ohne Heizung) habe ich nur noch eines im Kopf: Warme Decken! Passend zu meinen Gedanken hier eine kleine Auswahl besonders hübscher Exemplare, teilweise mit Anleitung. Ich hoffe allerdings, dass die Heizung wieder läuft, bevor ich eine Decke fertig hätte…

Foto: attic24

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Kopfkino (Part 2)

Vor mir leuchtet es rot. Neben mir graue Zöpfe. Hinter mir rätselhafte Spiralen. Ganz genau hinsehen. Rausfinden, wie es funktioniert.
Mein persönliches Mützen-Kopfkino hinterlässt seine Spuren im Alltag. Ich stricke Mützen, eine nach der anderen. Ein, zwei, drei Abende – fertig, das nächste Exemplar. Flauschiges Alpaka, Bio-Merino, handgefaerbtes Garn in Leuchtfarben. Zwischendurch Schatzsuche in meinen Vorratskisten. Aus gut abgelagerten Überbleibseln entsteht zur Zeit dieses Modell:

Foto: Initiative Handarbeit

Ich lerne diesen Winter so viel über Wolle und Muster wie noch nie. Und die ganze Familie freut sich über schön warme Köpfe. Nachschub für das Kopfkino.

Kopfkino

Gestern habe ich auf dem Parkplatz vor Aldi einen Mann mit einer orangefarbenen Ringelmütze gesehen. Sah auf den ersten Blick verboten aus. Auf den zweiten auch. Beim dritten Hingucken: Eigentlich schön, dass der Typ nicht mit der üblichen blauen oder schwarzen Männer-Einheits-Strickmütze rumläuft. Und noch viel schöner, dass diesen Winter so viele Menschen Mützen tragen, die nicht 08/15 aussehen.

Kunst am Kopf: Die Strick-Accessoires der Berliner Designerin Rike Feurstein begegneten mir das erste Mal in einem New Yorker Nobelkaufhaus - ganz besondere Stücke zum Anschauen und Anfühlen. Foto: Rike Feurstein

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Handarbeit global

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