Herzensangelegenheit

Der Mann und ich, wir hatten vor kurzem eine ernste Krise. Auslöser dafür waren meine Nähaktivitäten bzw. der damit zwangsläufig verbundene Stoffkauf. Oder um noch genauer zu sein: Der Stoffvorrat und seine Lagerung in unserer Wohnung. Der Mann behauptete, jede Ecke wäre mit irgendeinem Handarbeitskram von mir belegt. Ich behauptete, überall über Teile seiner umfangreichen Spielesammlung zu stolpern. Wir kriegte uns auf jeden Fall so richtig schön in die Haare (oder eher in die Wolle), bis der Mann dann erstmal weg musste. Bis er wiederkam, hatte ich meine gesamten Vorräte neu geordnet und hübsch aufgeräumt und zum Schluss haben wir uns dann wieder alle lieb gehabt.

So ein kleines Bisschen kann ich es natürlich verstehen, dass der Mann genervt ist, so dann und wann (mehr Zugeständnisse gibt es aber auch nicht, der Mann liest hier schließlich gerne mal mit). Umso mehr weiß ich zu schätzen, dass er für meinen Geburtstag über seinen Schatten gesprungen, zu Frau Tulpe gefahren ist und dann nächtelang mit den weltschönsten Stoffen und der Zackenschere zu Gange war, bis die Finger wirklich, wirklich wund waren.

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Mich haben diese wunderschönen Herzen erst einmal sprachlos gemacht. Weil soviel Liebe drin steckt. Und weil jedes einzelne ein kleines Kunstwerk ist.

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Und weil es etwas ist, was wir alle hier jeden Tag wieder gerne ansehen, anfassen, benutzen. Das kleine Kind hat heute eine ganze Stunde lang sortieren und Lieblingsherzen aussuchen damit gespielt, während ich an der Nähmaschine saß und die Stoffe des Anstoßes zu T-Shirts vernäht habe…

Dann war da noch… der erste Advent

Ich hatte einen Plan. Einen sehr guten Plan. Dieses Jahr sollte der Advent mich nicht wieder kalt erwischen. Ich wollte bestens vorbereitet sein. Und vor allem pünktlich dran. Leider war der ganz normale Familien-Berufs-Alltagswahnsinn gegen mich.

Bei uns piept’s ab sofort…

Zu viel Arbeit kam viel Kranksein. Bei den Kindern, aber auch bei mir. Schniefen, Husten, Halsweh, Kopfweh, Fieber. Abwechselnd mit Fieber, Halsweh, Schnupfen. Dann säbelt sich das große Kind beim Schnitzen den halben Finger ab und bekommt – kaum ist der Verband ab – Scharlach. Von meinem tollen Plan ist nicht wirklich etwas übrig geblieben. Deshalb musste es schnell gehen, auch beim Adventskranz.

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Und nochmal: Piep!

Das gute Teil in blauem Strick war zum Glück noch vom Vorjahr da. Kerzen dazu, Zweige aus dem Garten mit weißer Acrylfarbe bemalt, mit Draht umwickelt und dann haben sich im Bastelladen zum Glück noch die beiden Vögel gefunden. Fertig! Gerade noch pünktlich zum ersten Advent…

Dezember-Basteln, Teil 1: Erstmal ins Thema einlesen…

Das große Kind ist jetzt in der ersten Klasse. Ganztagsschule. Da denkt man als Eltern zunächst mal, man ist ziemlich raus aus der Sache. Das Kind ist rundum gut versorgt und wird nachmittags müde wieder abgeholt. Aber meistens kommt ja alles anders, als gedacht. Und so ist – plötzlich, unerwartet und ganz anders als im Kindergarten – verstärkte Elternmithilfe erwünscht und benötigt. Das fängt bei der Riesen-Weihnachtsfeier für die gesamte (riesige) Schule an und wird vom Plätzchenbacken kurz vor den Weihnachtsferien gekrönt.

Diese Woche steht ein Basteltag auf dem Programm. Ich bastel sehr gerne. Deshalb habe ich mich sofort und gerne für diese Aufgabe gemeldet. Woran ich nicht gedacht hatte ist, dass ich zwar gerne bastel, aber nur selten nach kindertauglichen Anleitungen und dass ich leider auch noch der eher ungeduldige Typ bin, der nur schwer zugucken kann, wenn mein eigener Nachwuchs – aus meiner Sicht – ewig an was rumwurstelt.

Deshalb habe ich in den vergangenen Tagen mal ganz schwer links und rechts des Weges nach Anleitungen Aussschau gehalten, die einfach umzusetzen sind, wenig Verletzungsgefahr bergen und bei denen der Materialeinsatz gering ist. Um es kurz zu machen: Ich bin auf entzückende Ideen gestoßen und habe jetzt eine persönliche To-Do-Liste, die bis in den Februar reicht. Und ich habe ein Buch gefunden, in dem sich nicht nur wunderbare weihnachtliche Projekte finden, sondern einfache, lustige Bastelanleitungen für das ganze Jahr.

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Zuckersüß und auch mit kleineren Kindern stressfrei umzusetzen: „Craft-a-day“ von Sarah Goldschadt bietet Bastelideen für jeden Tag des Jahres. Screenshot: amazon.com

„Craft-a-day: 365 Simple Handmade projects“ von Sarah Goldschadt enthält ein Bastelprojekt für jeden Tag des Jahres, schön geordnet nach Themenwochen. Gestartet wird im Januar mit der „Snowflake-Week“, es folgen unter anderem Füchse, Schnurbärte, Pinguine, Sechsecke, Regenschirme… Gebastelt werden unter anderem Haarspangen, Fingerpuppen, Karten, Geschenkanhänger. Alles nicht unfassbar spektakulär, dafür aber sehr, sehr süß und definitiv Erstklässler-tauglich. Zur Zeit gibt es das Buch bei amazon theoeretisch mit großem Rabatt, es ist nur leider ausverkauft. Aber auch für den vollen Preis lohnt es sich, selbst für Nicht-Bastler – einfach, weil es so schün zum Anschauen ist!

12 Monate – 12 Projekte: Desaster im März

Ab wann ist man kein Anfänger mehr – nähtechnisch gesehen?

Vielleicht sollte ich aber auch ganz anders anfangen. Mit zwei schlechten, sehr gegensätzlichen Eigenschaften von mir.

Nummer 1: Ich traue mir speziell bei eigentlich unbedeutenden Dingen gerne nichts zu. Was zum Beispiel beim Nähen heißt: Wenn ich Angst habe, ich versemmle es, dann lasse ich die Finger davon und hebe mir diesen und jenen und noch den anderen Stoff auf, bis ich soweit bin.

Nummer 2: Ungeduld gepaart mit Selbstüberschätzung. Wenn es denn in die Hosen gehen sollte, dann gleich richtig. Oder: Wieso mit den Basics beschäftigen, einen Kurs besuchen, nach Anleitungen arbeiten? Nö, ich doch nicht. Habe ich gar keine Zeit dafür. Geht alles pi mal Daumen. Weil: Ich bin ja gut.

Die Folge von Nummer 1: Im März gab es erstmal ganz lange kein Projekt, weil mir alles zu schwierig/jetzt keine Zeit/braucht doch kein Mensch vorkam. Und dann kam doch noch der Größenwahn und mit ihm der Versuch, ein Oberteil nach diesem Vorbild zu nähen.

Hatte ich schon lange vor und der Beschreibung nach hörte sich alles einfach an – die Anleitung ist auch wirklich toll geschrieben und bebildert. Nur: Irgendwie habe ich mich bei den Maßen verhauen. Und das nicht nur einmal. Nein. Eine meiner guten Eigenschaften: Wenn es darauf ankommt, bin ich zäh. Also habe ich nach dem ersten Fehlschlag von vorne angefangen. Und mich bis zum Ende durchgenäht. Sah solange hübsch aus, bis es das kleine Kind anprobiert hat. Die Ärmelausschnitte saßen so komisch, dass die Arme quasi drin aufgehängt sind.

Kurz: Ein komplettes Desaster mal zwei.

Aus Frust habe ich jetzt erstmal neuen Stoff geordert. Für Hosen und Vorhänge – das ist eine sichere Nummer. Und dazu Anleitungen für T-Shirts und Kleider. Mal sehen, ob es damit klappt.

Ultimatum an den Schalräuber

Grundsätzlich finde ich: Man sollte sich nicht aufregen, wenn im Kindergarten Sachen wegkommen. Socken, Handschuhe, Strumpfhosen, Bodys – die Sachen ähneln sich oft so, dass  es einfach zu Verlust durch Verwechslung kommen muss. Auch mein Kinder sind schon mit fremden Klamotten an nach Hause gekommen und mir ist es nicht auf den ersten Blick aufgefallen.

Praktisch: Einfach über den Kopf ziehen...

Selbstverständlich finde ich in solchen Fällen: Man wäscht die Sachen und bringt sie dann in die Kita zurück – egal wie abgeschrabbelt etwas aussieht, es könnte ja auch ein Lieblingsteil eines Kindes sein.

Bemerkenswert finde ich: Schon das halten manche Eltern offenbar keineswegs für selbstverständlich. Die behalten den Kram. Ärgerlich, aber geschenkt bei Flohmarkt- und H&M-Klamotten.

...und Spaß haben

Aber was mich wirklich aufregt: Wie kommt jemand auf die Idee, selbstgestrickte Mützen, Schals, Handschuhe einzupacken und nicht wieder rauszurücken? Da besteht wirklich null Verwechslungsgefahr. Und eigentlich sollte sich jeder denken können, wie traurig alle Beteiligten sind, wenn ein geschätztes Lieblingsstück plötzlich auf dem Garderobenfach verschwindet.

Aber jetzt ist das Lieblingsteil leider weg!

Also, fiese Schalräuber: Schämt Euch und rückt die Beute wieder raus, aber dalli!

 

F wie Februar wie Fasching wie Frosch

Wir wohnen in Hamburg. Hamburg ist vieles, aber definitiv keine Hochburg des Faschings. Trotzdem wird natürlich im Kindergarten gefeiert. Für das große Kind rangiert das in etwa in der Kategorie von Silvester. Entsprechend wird ab Herbst für das Ereignis geplant. Also vom großen Kind, nicht von mir.

Eigentlich wäre alles ganz einfach. Das große Kind hat eine komplette Indianer- und eine noch komplettere Cowboyausstattung. Es besitzt Feuerwehr-, Bauarbeiter- und Wikingerhelme. Damit spielt das große Kind auch gerne. Aber nicht an Fasching. Da hat es ganz eigene Wünsche. Letztes Jahr wollte es zum Beispiel unbedingt ein Frosch sein.

Und jetzt mal alle: Quaaak!

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12 Monate, 12 Projekte: Februar

Was man groß ankündigt, sollte man auch einhalten. Und gute Vorsätze am besten so schnell wie möglich umsetzen. Sonst wird erfahrungsgemäß nichts daraus. Deshalb hier Teil 1 des Experiments „Ich lerne nähen“.

Als große Freundin des Materialhortens besitze ich bereits einen Stoffvorrat, der im kompletten Gegensatz zu meinen Nähkenntnissen steht. Sollte ich mich aus unerfindlichen Gründen (man weiß ja nie, was das Leben so bringt) irgendwann mal auf Nähen als Vollzeit-Beschäftigung verlegen – das erste Jahr wäre rein materialtechnisch gesichert.

Im Moment ist die vorhandene freie Zeit allerdings noch kleiner als meine Nähkenntnisse. Und Geduld ist auch nicht wirklich meine große Stärke. Für Projekt Nummer 1 gilt deshalb: Es darf nicht zu lange dauern. Es muss für Anfänger zu schaffen sein und quasi eine Erfolgsgarantie haben, um mich nicht gleich am Anfang zu frustrieren.

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Handarbeit global

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